KIRCHENORGELN IN FLIESS

Gliederung:

1. Die Orgeln in der "Maaßkirche"
a) Die erste Orgel in der Maaßkirche
b) Die zweite Orgel in der Maaßkirche
2. Die Orgeln in der Barbarakirche
a) Die erste Orgel in der Barbarakirche
b) Die zweite Orgel in der Barbarakirche
3 Die Maaßorgel in der Filomenenkapelle
4. Versuch einer chronologischen Aufstellung der Organistenreihe in Fließ
5. Die Bezahlung des Organisten und seine Pfründe

 

1. Die Orgeln in der "Maaßkirche"
a)

Die erste Orgel in der Maaßkirche:
 
Man würde kaum glauben, dass die Urkunde über den Kaufvertrag der ersten Orgel trotz der vielen Brände erhalten blieb. Das Original liegt in doppelter Anfertigung im Pfarrarchiv zu Fließ auf und stammt aus dem Jahre 1738.
Die Urkunde wurde von DDr. Prof. Josef Stadlhuber gelesen und zeilenweise umschrieben.
 
Aus dem Actum Fließ den 24. Juni 1807 geht hervor, dass die Orgel gestimmt wurde. Es heißt hier: "Dem Trunk und dem Kostgeld für den Orgelstimmer Johann Thalhammer 12 Gulden 49 Kreuzer."
Berichte über sonstige Reparaturen dieser Orgel waren keine mehr ausfindig zu machen.

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1b)

Die zweite Orgel in der Maaßkirche:

Im Jahre 1911 am 2. Mai kam Pfarrer Johann Rudig von Zams nach Fließ und übernahm die Seelsorge der Pfarre Fließ von seinem Vorgänger Pfarrer Carl Dietl. Schon innerhalb der ersten dreieinhalb Monate (bis 15. August 1911) holt sich Pfarrer Rudig einen Kostenvoranschlag für eine neue Orgel in Fließ (Pfarrkirche) vom Orgelbauer Josef Schreieck aus Stanzach ein (Preis: 1600 Gulden). Zur gleichen Zeit wurde auch in Tösens vom selben Orgelbauer eine Orgel angefertigt.
Am 12. November dieses Jahres erhielt Pfarrer Rudig schon den Plan für das Holzgehäuse der Orgel und übergab diesen Auftrag noch im selben Winter einem Tischler.

Dispositionen dieser Orgel:

Manual: 54 Tasten von C' - f'''
Pedal: 27 Tasten von C' - d
Pfeifen: 1. Principal  8' Metall
  2. Gamba  8' Metall
3. Salicional  8' Metall
4. Vox Celestis  8' Metall / vom kl. c 42 Pfeifen
5. Gedeckt  8' 36 Pfeifen Holz, 18 Pf. Metall
6. Flöte  4' Metall
7. Oktave  4' Metall
8. Mixtur  3 ²/3' 4 fach
9. Subbass  16' Holz
10 Oktavbass  8' aus Principal kombiniert
11. Celle  8' aus Gamba kombiniert
Spieltisch: Pneumatisch amerikanische Konstruktion mit 14 Registertasten (siehe Pfeifen + Pedal coppel, Superoktav coppel und Suboktav coppel) und 4 Druckknöpfe (Piano, Mezzoforte, Pleno und Auslassen).

Im Mai des Jahres 1949 erhielt diese Orgel unter Pfarrer Johann Kössler ein elektrisch betriebenes Orgelgebläse für eine Leistung von 7 cbm Orgelwind von 110mm Wassersäulendruck, direkt gekuppelt mit einem Drehstrom- Kurzschlussmotor für eine Spannung von 220/380 Volt, 50 Perioden, 2800 Umdrehungen per Minute und eine Leistung von ca. 0,30 PS.
Weiters wurden neue Prospektpfeifen eingesetzt und eine Stimmung vorgenommen. Diese Arbeiten führte die Firma Mayer, Orgelbau in Feldkirch - Altenstadt durch.

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2.
 
Die Orgeln in der Barbarakirche
a)

Die erste Orgel in der Barbarakirche
 
Über die erste Orgel in der Barbarakirche, die also im Jahre 1804 beim Bau der Kirche aufgestellt worden war, scheint keine Urkunde oder irgend ein brauchbarer Vermerk auf. Dass der Erbauer dieser Kirche, Pfarrer Nikolaus Schuler das Gotteshaus sicher mit einer Orgel versah, ist schon daraus zu entnehmen, dass Pfarrer Maaß im Jahre 1841 eine Orgel für die Filomenenkapelle kaufte. Hätte er auch in die neu erbaute Barbarakirche eine Orgel gekauft, so wäre das im "alten Maaßbuch" (Bader M., Der alte Fließer Pfarrer, Ibk. 1899) bestimmt vermerkt; wenn aber in der Barbarakirche noch keine Orgel gestanden hätte, wäre Maaß nie auf die Idee gekommen, zuerst eine Orgel in die Philomenenkapelle stellen zu lassen, weil diese ja außerhalb des Dorfes liegt. Näheres - Orgel in der Filomenenkapelle

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2b)

Die zweite Orgel in der Barbarakirche
 
Im Tiroler Volksblatt vom 12. Sept. 1869 heißt es: "Der Orgelbauer Franz Weber von Oberperfuß hat wie anderwärtig, so auch in die Pfarrkirche Fließ eine ganz neue Orgel mit 26 Registern, äußerst billig, zur allgemeinen Zufriedenheit hergestellt, die dem erprobten Meister bei Gelegenheit der Kollaudierung von Sachverständigen verdientermaßen ausgesprochen wurde. Was dem Orgelwerk besonders Wert gibt, ist die feste Konstruktion im Ganzen wie in den Teilen. Sie hat einen Spieltisch mit zwei Manuale, dazu die neuesten Register zu harmonischer Mischung und eine Windlade nach der neuesten Verbesserung. Kurz, das Werk lobt den Meister samt seinen bewährten Arbeitsleuten."
 Im Pfarrarchiv Fließ liegt das "Verzeichnis der milden Beiträge zum notwendigen Bau einer neuen Orgel" auf. Es werden 178 Spender angegeben, unter denen auch Pfarrer Josef Schuchter (1850-1872 in Fließ), Kooperator Stafan Mailänder (1864-1868 in Fließ), der Hilfspriester J. Dekorona (1865-1868 in Fließ) und der Organist Franz Wörz verzeichnet sind. Genaue Angaben über die Fertigstellung und Bauzeit dieser Orgel sind keine mehr vorhanden. Auf Grund des Spendenverzeichnisses ist anzunehmen, dass sich die Bauzeit etwa über zwei oder gar drei Jahre erstreckte.
 Aus einem Gutachten von Dr. Phil. Otto Biber vom 30.08.1977 geht hervor, dass die Orgel im Jahre 1869 von Franz Weber (1825-1914) gebaut wurde und folgende, in allen Stimmen unverändert erhaltene Dispositionen hat:

    1. Manual (Hauptwerk) Bordun 16'  
      Principal 8' Prospektpfeifen jetzt aus Zink
      Bordun 8'  
      Koppl 8'  
      Viola 8'  
      Octav 4'  
      Spitz Flöte 4'  
      Flöte 4'  
      Quint 2 ²/3 bezeichnet: Quint 8'
      Super Octav 2'  
      Cornet 2' 3 - 2 - fach
      Mixtur 1 1/2 ' 4 - 3 - fach
    2. Manual (Unterwerk) Principal piano 8'  
      Gedeckt 8'  
      Salicional 8'  
      Octav Flöte 4'  
      Positiv Octav 2'  
      Zimbel 1' Einfach
    Pedal: Principal Bass 16'  
      Subbass 16'  
      Quintbass 5 1/3' bezeichnet: Quint 16'
      Octav Bass 8'  
      Bompart 16'  
      Posaune 8'  
    Manualumfang: C - f'''  
    Pedalumfang C - a = 18 Tasten für 13 Töne (C-c), die restlichen Töne repetierend
    Koppeln: Manual Tutti = Manualkoppel II/I
      Bass Tutti = Pedalkoppel Hauptwerk/P, ab cis repetierend, schaltet beim Ziehen ab (!).
  
   

Die Orgel besitzt mechanische Schleifwindladen und einen freistehenden Spieltisch.
Hinter einem 5 achsigen Prospekt steht in der Mitte das Hauptwerk, geteilt in C- und Cis- Lade, an der Seite (ebenso geteilt) ein Teil des Pedalwerks mit Subbass, Oktavbass und Quintbass. Im Untergehäuse steht das Unterwerk (ebenfalls in C- und Cis- Seite), dahinter der zweite Teil des Pedalwerks mit den beiden Zungenstimmen und dem Principalbass, dessen lange Pfeifen hinter dem Hauptwerk hinauf ragen.
 Die Balganlage befindet sich im Dachboden und wurde auch durch Veranlassung des Pfarrers Johann Kössler im Jahre 1958 eingebaut.
 Nach Aussage von Studiendirektor der "Gesellschaft für Organistenfreunde e.V." in Würzburg in einem Schreiben vom 20.12.1971 handelt es sich bei diesem Werk um eine der größten erhaltenen WEBER-Orgeln.
 

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3
 
Die Maaßorgel in der Filomenenkapelle

Die Filomenenkapelle, südöstlich von Fließ, wurde von Pfarre Simon Alois Maaß renoviert; auch erwirkte er die Erlaubnis, dass in der Kapelle das heilige Opfer dargebracht werden durfte. Überdies kaufte Maaß im Jahre 1841 eine vermutlich ältere Orgel von Bichlbach und ließ sie in diesem Kirchlein aufstellen (Bader M., Der alte Fließer Pfarrer, Ibk. 1934)
 Ähnlich heißt es in der Chronik über die Seelsorger: Maaß erbaute an Stelle eines "kleinen Kapellchens" im Jahre 1836 die heutige Filomenenkapelle und versah sie mit zwei Glöcklein, Orgel und Messlizenz.
 Zu dieser Kapelle fand alljährlich am Montag in der Bittwoche ein Kreuzgang statt mit heiliger Messe; außerdem wurde gewöhnlich auch für das Fest der hl. Filomena (11.Aug.) eine heilige Messe verlangt.
 Am 18.Dez. 1921, also genau 25 Jahre nach dem großen Brande von Fließ (18.Dez. 1896), brannte die Kapelle aus. "Das Feuer entkam durch unvorsichtiges Böllerschießen am 25. Jahrestag des Großbrandes um 2 Uhr nachmittags." Auch die von Maaß gestiftete Orgel ging dabei zugrunde. 1926 wurde die Kapelle wieder hergestellt und eingeweiht.

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4.
 
Versuch
einer chronologischen Aufstellung der Organistenreihe in Fließ

Die Organisten treten in den Kirchenrechnungen vor 1800 schon als bezahlte Amtspersonen auf, doch sind ihre Namen nicht angeführt.
Der erste namentlich genannte Organist war Josef Anton Wörz und zwar in der Kirchenrechnung des Jahres 1824. Über diesen Organisten lesen wir im Maaßbuch folgendes: "Als Lehrer wirkte im Dorfe Josef Wörz. Lehrer Wörz versah auch den Organistendienst in der Kirche und leitete die Musikkapelle des Dorfes. Eine noch vorhandene Schuldforderung, die in dieser doppelten Eigenschaft nach des Pfarrers Tode an dessen Vermögensverwalter richtete und mit der er sozusagen vollständig abgewiesen wurde, stellt eine gegen den Pfarrer wohlwollende Gesinnung und ein ihm dankbar bewahrtes Andenken in Frage. Maaß ließ durch ihn gegen gute Entschädigung seiner Base Euphrasina Sauerwein Musik- und Gesangs- Instruktion ertheilen.
Wörz war durch 51 Jahre Lehrer in Fließ, wurde 1860 von Sr. Majestät mit dem Silbernen Verdienstkreuze ausgezeichnet, trat 1862 seine Dienste in die Hände seines Sohnes (Franz) ab und folgte 1869 dem Herrn Pfarrer in die Ewigkeit nach. Er galt als eifriger in seinem Berufe, bildete eine treue Stütze des Katecheten und erwarb sich bei seinen zahlreichen Schülern ein dankbares Andenken." (Bader M, Ibk 1899)
Im Trauungsbuch war folgender Vermerk in lateinischer Sprache, übersetzt von DDr.Prof. Staddlhuber, zu lesen: "1826-November 7: Joseph Wörz / Orgelschlager und Spielmeister der hiesigen Pfarrei als erster ("zugeordnet, für sie bestellt" zu ergänzen wegen des Dativs von "Pfarrsprengen"), 38 Jahre alt, Sohn der ehrenwerten Eheleute Josef Wörz und Brigitte Waldnerin, seligen Andenkens, feierte seine erstmalige Hochzeit in der Kapelle der wundertätigen Jungfrau und Gottesmutter in Kaltenbrunn mit dem geachteten Mädchen (=Jungfrau), 27 Jahre alt, Elisabeth Stockerin, eheliche Tochter des Ingenuin Stocker seligen Andenkens und der M. Anna Traxlin; Traupriester hier war hochw. Herr Joannes Greuter, Ortskurat in Gegenwart der zwei Zeugen Andreas Stocker und Engelwerth Krismer. (Trauungsbuch C 103)

   


Sein Sohn Franz Wörz, geb. am  17.8.1831 und gest. am 20.11.1895, übernahm also im Jahre 1862 die Stelle als Lehrer und Organist in Fließ. Nach dem Tode des langjährigen Mesners Josef Stuemer (von 1813 bis 1873) fiel ihm auch der Mesnerdienst zu. Er war somit nach 1811 und bis zum heutigen Tage der einzige, der den Mesner-, Organisten- und Lehrerdienst in einer Person vereinigte. (Mesnernachfolger wurden am 25.12.1895 sein Sohn Rudolf Wörz mit Geschwister für ca. 3 Jahre und dann folgte Alois Zangerle)
In den Protokollberichten über die Sitzungen des Ortsschulrates vom 25. Nov. und 19. Dez. 1894 wird berichtet, dass Lehrer und Schulleiter Franz Wörz wegen Krankheit verhindert war, an den Sitzungen teilzunehmen. In den letzten Monaten des Schuljahres 1894/95 musste ein gewisser Lehrer Schlapp von Urgen für den kranken und dann verstorbenen Franz Wörz einspringen. Fallweise sollen auch H. H. Pfarrer Dietl, Josef Riezler und Johann Schlatter im Schuldienste ausgeholfen haben. Es ist nicht bekannt, ob oder von wem in dieser Übergangszeit die Orgel in Fließ "geschlagen" wurde.

   


Vom 4.9.1895 bis 31.5.1898 erhielt Johann Platzer laut Dekret v. Bez.Sch.R. Landeck v. 4.9.1895 Zl.315 provisorische und vom 31.5.1898 bis 24.8.1900 laut Dekret v. L.Sch.R. Innsbr. v. 31.5.1898 Zl. 1171 definitive Anstellung an der Volksschule in Fließ. Er wurde am 12.9.1876 in Bruneck, Tirol geboren, heiratete am 4.8.1913 Barbara Juen aus Fließ. Johann Platzer war ein großer Musikliebhaber, spielte die Orgel vorzüglich und amtierte in der Schule mit Strenge. Ein Jahr vor Ablauf seines Anstellungsdekrets, also im Schuljahr 1899/1900, erteiltet er als von Fließ beurlaubter Lehrer Unterricht in dem im Benediktinerstift Muri-Gries neu errichteten Vorbereitungskurs für Lehrerbildungsanstalten.

   


Ihm Folgte dann als Lehrer und Organist Max Larcher für die Jahre 1899/1900 und 1900/1901.
In einer Zusammenstellung und Schätzung der Organistengüter vom 21. April 1901 unterzeichnet dieser wie folgt: "Larcher Max, derzeit Lehrer und Organist". Max Larcher wurde auch der "Prügelpädagoge" genannt. Später hatte er das Amt der Bezirksschulinspektors in Landeck inne.

   


In der Sitzung des Ortsschulrates Fließ vom 17.Okt. 1901 wurde eine große Entscheidung getroffen. Es standen nämlich sieben in Frage kommende Bewerber zur Auswahl, die den Schuldienst in Fließ übernehmen wollten. "Hierbei wurde die Ansicht ausgedrückt, dass es für die große und wichtige Schulklasse vorteilhaft ist, wenn ein im Schuldienste bereits erprobter Lehrer genommen wird und als solcher, der mit dem besten Referate versehene Kompetent Herr Lehrer Eduard Vitur in Welschellen von allen Sitzungsteilnehmern einstimmig anerkannt." Am 30.11.1901 wurde dieser Entscheidung durch den Landesschulrat und am 3. Dez. 1901 vom k.k. Bezirksschulrat Landeck amtlich beigepflichtet.
Eduard Vitur, geb. am 9.3.1875 in St. Vigil, Ennenberg, wurde in einem Bewerbungsschreiben als einer der tüchtigsten Lehrer des Bezirkes Bruneck geschildert. (Er war vier Jahre als Lehrer dort tätig, bevor er nach Fließ kam; (näheres im Pfarrarchiv). Von noch erhaltenen Schulzeugnissen kann man entnehmen, dass er bis 1932 in Fließ tätig war. In den vier Kriegsjahren 1914 -1918 musste Josef Riezler für ihn den Schuldienst verrichten. In diesen Jahren half aber die Lehrerin Jakobine Gfall beim Orgelspielen aus. Mit Schulschluss des Jahres 1931/32 trat Eduard Vitur in den Ruhestand, wo er dann in Telfs den Rest seines Lebens verbrachte.

   


Vom Jahre 1932/33 bis 1935/36 übernahm Lehrer Franz Salzmann den Organisten- und Lehrerdienst in Fließ.

Ihm folgte Eduard Mungenast für ein Jahr als Lehrer und Organist.

Vom Herbst 1937 bis zum Frühjahr 1941 amtierte Lehrer Josef Sonnweber von Ehrwald in Fließ, der dann in den Krieg ziehen musste und 1945 als vermisst erklärt wurde. Er versah auch den Orgeldienst.

Bis zum Ende des Jahres 1942 wurde die Orgel in Fließ von den Lehrern Homolka und Heiland und im Notfalle von Pfarrer Johann Kössler, dem das Orgelspiel wohl ziemlich zu schaffen machte, gespielt. Doch von einem regelmäßigem Orgelspiel konnte hier keine Rede mehr sein, da am Ostersonntag 1940 das Verbot für das Orgelspielen an alle Lehrer erging.

Daraufhin schickte der Pfarrer Johann Kössler zwei junge Mädchen aus Fließ (Schütz Martha, geborene Wille und Juen Rosa) nach Ried, um das Orgelspiel bei Lehrer Kundraditz aus Innsbruck zu erlernen. Oft mussten beide Mädchen zu Fuß nach Ried gehen, da sie der Postchauffeur nicht mitfahren ließ, weil sie zur Orgelstunde mussten! Innerhalb von zwei Jahren war nun Martha Schütz soweit, die Orgelstelle in Fließ übernehmen zu  können. Seither (1942) gilt Martha Schütz als die Organistin von Fließ, die sich in ihrem Amte und auch als Chorsängerin äußerst verdient gemacht hat.

   
Demzufolge ergibt sich folgende Organistenreihe in der Pfarre Fließ:
   
1738 - 1811
 
unbekannt
    1811 - 1862   Josef Anton Wörz
    1862 - 1895   Franz Wörz
    - 4.9.1895   Schlapp (?)
    4.9.1895 - 1899   Platzer Johann
    1899 - 1901   Larcher Max
    1901 - 1914   Vitur Eduard
    1914 - 1918   Gfall Jakobine
    1919 - 1932   Vitur Eduard
    1932 - 1936   Salzmann Franz
    1936/37   Mungenast Eduard
    1937 - 1941   Sonnweber Josef
    1942   Homolka, Heiland, Pfarrer Johann Kössler
    1942 - heute   Schütz Martha
   


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5.
 
Die Bezahlung des Organisten und seine Pfründe


In der Diözesanbeschreibung vom Jahre 1889 heißt es: "Der hiesige Oberlehrer als Schulmeister ist zugleich Mesner und Organist, und bezieht aus diesem 3fachen Dienste folgende Einkünfte: Als Lehrer von der Gemeinde für Schulgroschen 75fl. und vom Schulfonde 25fl., als Organist ungefähr 170fl.; als Mesner aus den Mesnergütern, von der Gemeinde, von der Kirche, an Stolgebühren und für das Wetterläuten in Geld und Naturalien (Roggen, Gerste und Mais) beiläufig 200fl., nebst freier Wohnung und Holzbezug." (Tinkhauser, Brixen 1889). Die Vereinigung dieser drei Dienste brachte Schwierigkeiten bei der Güterverteilung mit sich, als der Lehrer-, Organisten- und Mesnerdienst getrennt wurde (näheres im Kalendarium von 1888, Seite 170)
Die Güter wurden in den späteren Jahren samt Haus- und Wirtschaftsgebäude verkauft und der Zins des angelegten Bargeldes galt der betreffenden Dienstperson. 1920 betrug der Zins an den Organisten 24 Kronen.
Durch die Trennung dieser Dienste ergab sich das weitere Problem, dass die Dienstposten für die einzelnen Dienstnehmer zu wenig abtrugen. Deshalb musste immer wieder beim Pfarrer, bei der Gemeinde und beim Bezirksschulrat um Gehaltserhöhung angesucht werden. Hievon zeugen mehrere Schriften im Pfarrarchiv Fließ.

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Siehe auch weitere Themen: Geschichte - Kirchensänger, Männerchor (ab 1716)
 

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